"Ziehen Sie aufs Land - dann haben Sie es weiter in die Stadt." Mit solch provokativen Sprüchen betreibt die deutsche Autoindustrie heute Werbung. Prof. Dr. Axel Friedrich, langjähriger Mitarbeiter des Umweltbundesamtes erklärte in seinem Vortrag am Vorabend des Fahrradtages, weshalb dieses Mobilitätsverständnis nicht mehr zukunftsweisend ist. Vielmehr stellte er dar, weshalb das Fahrrad einen großen Beitrag zur Sicherung unserer Mobilität leisten kann und muss. Kürzere Reisezeiten im Stadtverkehr, Null-Emission und geringer Flächenverbrauch für Verkehrswege sowie Parkplätze, Gesundheitsvorteile und unschlagbar geringe Kosten um nur einige Vorteile zu nennen. Dass die Förderung des Radverkehrs trotz dieser immensen Vorteile heute zu kurz kommt, ist leider ebenfalls Realität. Dabei sparen einige Städte durch höhere Investitionen in den Radverkehr bereits viel Geld.
Wie Jessica le Bris anschließend anhand der an der Universität Trier entwickelten Kampagne "Radlust" zeigte, sind positive Enwicklungen im Gange: Das Fahrrad erfreut sich zunehmender Beliebtheit, allein an einem offensiveren Marketing fehlt es noch. Ziel der Radlust Kampagne ist es, genau dies zu ändern.
Am 21. April fand dann der erste Fahrradtag zwischen Mensa Wilhelmstraße und Uni Bibliothek statt. Im genannten Zeitraum wurden zahlreiche Fahrräder zum Materialkostenpreis repariert. Wohl auch Dank der beiden sympathischen Fahrradmechaniker war der Andrang so groß, dass gar nicht alle Fahrräder repariert werden konnten!
Vor Ort war die Stadt Tübingen, die über ihr neues Radverkehrskonzept informierte. Es gab Fahrradrikschas zum Ausprobieren und die Radlust Ausstellung zu bestaunen. Auf dem Fahrradmarkt konnte man günstige Fahrräder erstehen.
Euer grosses Interesse hat uns sehr gefreut, sodass wir uns darum kümmern, in Zukunft regelmäßig eine Fahrradwerkstatt zum Materialkostenpreis zu organisieren.
Eine ganzjährige Anlaufstelle für Fahrradreperaturen bietet die Diakonie Fahrradwerkstatt in der Sindelfinger Straße 18, nähe Westbahnhof