Nachhaltige Universität Tübingen?

Wie nachhaltig ist unsere Uni?

Wird ein umweltgerechtes Handeln durch die gegebenen Strukturen unterstützt und wie bewusst nehmen es die MitarbeiterInnen und Studierenden mit dem Klimaschutz am Arbeitsplatz?

Fakt ist: an der Uni wird vielfach im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Fenster geheizt, Papier, Strom und viele weitere Ressourcen verschwendet. Um diesem Missstand entgegenzuwirken hat die StudierendenInitiative Greening the University im Sommer 2008 ein Symposium zum Thema "Perspektiven für eine nachhaltige Hochschule" organisiert, das der Frage nachgehen sollte, wie an unserer Universität eine Reform zu mehr Umweltbewusstsein in Forschung, Lehre und Verwaltung angegangen werden könnte. Angestoßen durch die vielen Ideen, die im Rahmen des Symposiums zusammengetragen wurden hat die Universität Tübingen beschlossen, ein validiertes Umweltmanagementsystem nach EMAS (Eco Management and Audit Scheme) einzuführen.

EMAS

EMAS

EMAS steht für eine freiwillige zur kontinuierlichen Verbesserung der eigenen Umweltbilanz, welche durch einen unabhängigen Gutachter überprüft und dann mit einem EU-Zertifikat gekennzeichnet wird. Die Uni beschreibt dabei all ihre Umweltauswirkungen sowie ihre Maßnahmen zur Verbesserung in einem jährlichen Umweltbericht. Nach der ersten Umweltprüfung der ca. 180 Uni-Gebäude werden vorerst vier „Leuchtturm“-Gebäude nach EMAS validiert werden um so eine Erfahrungsgrundlage für eine flächendeckende Validierung zu gewinnen. Durch die EMAS- Zertifizierung setzt die Uni ein Zeichen und signalisiert nach außen, dass sie den aktuellen Klima- und Energieproblemen nicht tatenlos gegenübersteht sondern ihren Beitrag zum Umweltschutz leisten möchte. Alle Studierenden und MitarbeiterInnen sollen in diesen Prozess einbezogen, für den Umweltschutz sensibilisiert und die Universität Tübingen so auf einen zukunftsfähigen Weg gebracht werden. Das AStA-Umweltreferat möchte die Universität bei der Einführung des Umweltmanagementsystems unterstützen und hofft, dass dies der Anfang einer stetigen Bemühung von Seiten der Verwaltung sein wird, die Universität Tübingen zukunftsfähiger zu gestalten.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Doch zu einer "nachhaltigen Hochschule" gehört nicht nur die weitestgehende Vermeidung von Ressourcenverschwendung sondern auch das was und wie gedacht, gelehrt und miteinander umgegangen wird. Die Erforschung und Lehre von Umweltproblemen und Themen der nachhaltigen Entwicklung sind an der Uni bisher leider mehr als unterentwickelt. Gerade auch die interdisziplinäre Herangehensweise, die eine Beschäftigung mit den heutigen globalen Problemen benötigt, kommt zu kurz. Das AStA-Umweltreferat bittet Euch in Evaluationen und Umfragen auf diese Angebotslücke hinzuweisen.

Ab dem Sommersemester 2009 wurde erstmals ein interdisziplinäres Lehrkonzept "Studium Oecologicum" umgesetzt, in dessen Rahmen Studierende aller Fachrichtungen ihre Kenntnisse rund um Umweltschutz und Themen der nachhaltigen Entwicklung vertiefen können. Das Studium Oecologicum möchte somit den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts Rechnung tragen und Wissen vermitteln, das Studierende – unabhängig ihrer Fachrichtung – befähigt, mit Themen wie Klimawandel, Umweltzerstörung, Energieversorgung oder globale Gerechtigkeit in Alltag wie Beruf sicher umzugehen und Entscheidungen treffen zu können. Durch den Besuch von Veranstaltungen im Umfang von 8 ECTS-Punkten kann ein gleichnamiges Zusatzzertifikat erlangt werd. Das "Studium Oecologicum" wird jedes Semester angeboten und es gibt ein wechselndes Kursangebot.

Umweltleitlinien der Universität Tübingen

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Aktuelles Kursprogramm des "Studium Oecologicum"